Autor

 


Hmpf …
 
Mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Ist einfach immer komisch, sich irgendwas halbwegs Intelligentes aus den Fingern zu drücken, das einen nicht gleich total entlarvt. Wenn man die 0815 wählt, meldet sich eine Stimme: „Ohoo, da waren wir aber einfallsreich, da haben wir aber mal ins Netz geschaut, wie das alle anderen so machen und prompt einen der hintersten Plätze in der langen Schlange der langen Weile gebucht, wie?“ Das macht sich als Autor immer schlecht, weil man ja nicht unbedingt mit Langeweile punkten will. Wobei Leute mit Schlafstörungen (zu denen ich ab und an selbst zähle), sicherlich dankbare Abnehmer wären. Nun gut, also muss irgendwas getippt werden, bei dem man die Stimmen seiner Tanten hört: „Das sieht aber fesch aus, nein wirklich, gewagt, um nicht zu sagen, hip, steht dir aber …“ Das Problem ist, dass mir persönlich bei dieser Aufgabe der Selbstbeschreibung so ziemlich gar nix steht. Die Wahrheit ist nämlich: Ich selbst habe im Grunde gar nichts mit dem Autor in mir zu tun! Der Autor möchte seine Ruhe und schreiben, schreiben, schreiben. Ich dagegen komme ihm nur allzu oft mit meinem Denkschädel rumgrüblerisch in die Quere: „Ähähäm, willst du das jetzt wirklich so schreiben? Ich meine, es ist nicht falsch, das nicht unbedingt, aber … Na ja, also wenn du meinst, ich würde das noch mal überdenken.“ Und dann denkt der Autor. Dabei sitzt meiner eher in den Fingern. Da kommen die Geschichten her. Nicht aus dem Kopf. Im Kopf gibt’s nur Ideen, die ich mir herbeiduschen kann. Also wenn mir nichts mehr einfällt, dann setze ich mich in die Badewanne, atme etwa zur Hälfte ein und springe wieder raus, weil ich plötzlich weiß, was wie ich die Finger wieder über die Knattertasten jagen kann. Am Ende bin ich dann selbst überrascht, was da rausgekommen ist, das hat nämlich selten was mit meinem Kopf zu tun. Wie gesagt, der stört eigentlich nur. Der will mir jetzt auch sagen, dass ich die kleine schweinische Anspielung wieder löschen soll. Wie? Du hast die nicht mitbekommen? Jetzt hast du dich verraten! Ich weiß, wer du bist!
 
Tja, also, was ich eigentlich nicht über mich sagen wollte: Ich bin mit meinem Hirn eigentlich schon ganz zufrieden, obwohl es halt oft stört. Gut, ich würde es jederzeit gegen einen Hund eintauschen! Ein Köter macht weniger Probleme und es besteht eine gute Chance, dass er irgendwann stubenrein wird. Solltest du dich an irgendeiner Stelle meiner Texte mal fragen, wo der ganze Mist herkommt … Aus meinen Fingern!!!

 

Das Ganze jetzt noch mal in lahmweilig:
 
Florian Höltgen
 
Bereits während der Schulzeit hat Florian Höltgen seine Leidenschaft für Bücher entdeckt. War es zunächst die Flucht vor dem Alltag, die ihn lesen ließ, verbrachte er schon bald die Nächte damit, selbst Geschichten zu schreiben.
Er studierte verschiedene Fachrichtungen und arbeitete unter anderem als Telefonist, Kurierfahrer, Buchhalter und Bibliothekar, bevor er freier Schriftsteller wurde. Erste Liebe, Coming-out, Erwachsenwerden und die damit einhergehenden Probleme sind wiederkehrende Themen in seinen Büchern. Humor spielt hierbei eine wichtige Rolle.
Florian Höltgen lebt mit seinem Freund und einem imaginären Wunschhund in Düsseldorf.

 

Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Wer sie findet, lässt sie bitte liegen!