Neid frisst Birne

 


Nun, Birnen sind ja gesund. Und wenn neidische Menschen Vitamine zu sich nehmen, stimuliert das eventuell auch die Synapsen. Leider ernährt sich aber der Neid nicht selten von Hirnmasse. Selbige ist unglücklicherweise oft nicht ausreichend vorhanden. Als Ergebnis tritt manchmal die Unterernährung sichtbar zutage .
 
Ich glaube, das kennt eigentlich jeder, ob jetzt Autor, Blogger oder völlig normal im Kopf: Da müht man sich ab, schuftet teilweise die Nächte durch, reißt sich ein tierisches Loch in den Hosenboden … Und jaah! Endlich wird man für die Mühen belohnt. Zeitgleich stehen aber die ersten Leute auf der Matte, die nur diesen Lohn sehen und ihn einem missgönnen. Das scheint mir etwas zu sein, das in unserem Land sehr ausgeprägt ist: zum einen Kurzsichtigkeit zum anderen:
 
Neid!

Jemand bekommt etwas, das ihm meiner Meinung nach nicht zusteht. Da muss ich mich ja zurückgesetzt fühlen, aua-aua. Da flippt das Es in mir total aus und wird zum zähnefletschenden Clown. Wenn Kiefer- und Schließmuskel dann nicht ordentlich trainiert sind, fährt mir diese Bestie augenblicklich aus der Haut und scheißt in ihrer Wut erst mal wahllos alles zu.
 
Und wie beim Kotzen: Es ist nicht toll, aber es geht einem danach besser.

Tatsächlich mag so ein Rumgetrolle ja vielleicht kurzfristig wohltuend erscheinen, dauerhaft ist es allerdings keine Lösung.

Wer immer nur das Ergebnis sieht, der bekommt kein Verständnis für den Aufwand. Man muss immer erst einen Groschen einwerfen, bevor das Zettelchen mit der Weisheit ausgegeben wird. Leider ist das Missverständnis in unserer heutigen Gesellschaft allgegenwärtig, dass man etwas ernten kann, ohne vorher gesät zu haben. Man erwartet das pure Glück vom Schicksal. Gleichzeitig wird aber jeglicher Erfolg anderer auf Glück reduziert, weil die arbeiten doch nicht wirklich, die sind doch bestimmt alle so faul wie ich … Und genau das missgönnt man dann, weil man sich selbst eben als glücklos und somit unglücklich erfährt.
 
Fakt ist aber:
In den seltensten Fällen ist allein Glück für einen Erfolg verantwortlich. Gerade beim Schreiben allerdings fällt der Aspekt Arbeit nicht unbedingt so auf. Das dürfte wohl auch daran liegen, dass viele gern behaupten, dass das keine richtige Arbeit ist. Außerdem passiert es meist still und heimlich. Und tatsächlich wendet man sich ja an Menschen, die man durchaus nicht wissen lassen möchte, wie viel Mühe dahintersteckt. Niemand von uns sitzt im Kino und denkt sich: Mensch, das war aber echt ein harter Job für die Streep. Dass die gute Meryl sich für manche Rollen monatelang bis ins Kleinste die feinen Nuancen eines Dialekts antrainiert, das interessiert uns da einfach nicht. Und ich bin mir sicher, dass einige echt neidisch sind, weil sie sich selbst für super Schauspieler halten – aber ganz sicher schon nach einer halben Stunde ihrer Arbeit freiwillig aufgeben würden.
 
Eine liebe Bloggerin hat kürzlich per Mail mitgeteilt bekommen, dass sie nichts Besonderes mache, weil das schließlich jeder könne. Ja, das ist richtig. Niemand kann in echt zaubern, auch der Copperfield nicht. Die meisten Sachen kann eigentlich jeder. Hier, sogar ich kann bis jetzt regelmäßig einen Blog füllen. Wartet ab, bald ist es bestimmt vorbei 😉 Und zahllose Menschen machen sich täglich daran, einen Roman zu schreiben. Es kommt nur darauf an, dass man es auch MACHT! Da scheitern viele schon, weil es zahlreiche Ausreden gibt, die Zeit und Mühe nämlich nicht aufzuwenden. Aber wenn man es macht, dann kommt es weiterhin darauf an, dass man (auch an sich) ARBEITET! Ein weiterer Punkt, an dem viele aussteigen, weil es mitunter schlicht anstrengend ist, und wie immer auch weniger schöne Sachen erledigt werden müssen.

Und diese beiden Punkte braucht man dann nur noch (*zwinker*) beibehalten – dauerhaft … Mit anderen Worten: alles easy-peasy. Keine große Sache. Jedenfalls nicht so wild, dass man da nicht noch ordentlich Zeit hätte, um andere niederzumachen …
 
Das Problem mit dem Neid ist, dass er angenehmerweise von der eigenen Arbeit ablenkt, gleichzeitig aber dafür sorgt, dass man sich von seinen Träumen entfernt. Und das meine ich, wenn die schlechten Gefühle einem den Kopf abbeißen: Man möchte aus blöden Gründen anderen schaden und merkt nicht, dass man sich selbst damit im Weg steht.

 

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